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Vergleich zum Vorjahr

Die private Krankenversicherung in den Jahren 2011 und 2012


Mit dem GKV-Finanzierungsgesetz wurde die dreijährige Wartefrist für den Übertritt aus der GKV in die PKV für Angestellte zum 31. Dezember 2010 abgeschafft. Angestellte können wieder nach einmaligem Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze in die PKV wechseln. Berufsanfänger können sofort in die PKV wechseln, wenn sie oberhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienen. Der Gesetzgeber setzt damit einen wichtigen Impuls für die Wahlfreiheit der Versicherten und geht den richtigen Weg: Durch die Bildung von kapitalgedeckten Rückstellungen können sich nun mehr Versicherte auf steigende Gesundheitskosten im Alter vorbereiten. Die Generationengerechtigkeit wird gestärkt und die Umlagefinanzierung der GKV, die angesichts der demografischen Probleme an ihre Grenzen stößt, entlastet. Insgesamt kann somit von einer Erhöhung des Neugeschäfts ausgegangen werden. Auch die geltende Absetzbarkeit der Versicherungsbeträge von der Steuer dürfte sich weiterhin positiv auf das Neugeschäft auswirken.

Dagegen hat die Regierung die im Koalitionsvertrag angekündigte klarere Abgrenzung der Wahl- und Zusatztarife zwischen GKV und PKV versäumt. Denn es dürfen weiterhin GKV-Wahltarife mit Leistungen außerhalb des gesetzlichen Leistungskatalogs angeboten werden. Inwieweit ein der Aufsicht vorzulegendes Gutachten über die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen dieses Angebot einschränkt oder im Sinne eines Qualitätssiegels fördert, wird zu beobachten sein. Es ist aber davon auszugehen, dass die Krankenkassen weiterhin in den Markt der privaten Zusatzversicherungen eindringen.

Die steigenden Gesundheitsausgaben werden auch im Jahr 2011 zu branchenweiten Erhöhungen der Beitragseinnahmen, insbesondere durch Beitragsanpassungen, führen. Leicht reduzierend werden die Regelungen des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) wirken. Herstellerrabatte für Arzneimittel kommen ab dem Jahr 2011 auch den PKV-Versicherten, durch eine entsprechende Senkung der Leistungsausgaben, zu Gute. Zudem profitieren Privatversicherte unmittelbar durch einen Erstattungsbetrag bei innovativen Arzneimitteln, der als direkter Rabatt auf den Ausgabepreis des Herstellers gewährt wird. Der Einbezug der PKV in das Arzneimittelsparpaket ist zu begrüßen, jedoch setzt sich die PKV weiterhin im Interesse ihrer Versicherten für eine generelle Vertragskompetenz mit allen Leistungserbringern im Gesundheitswesen ein, um stärkeren Einfluss auf Qualität und Preise von Gesundheitsleistungen nehmen zu können.

Hinsichtlich der im Koalitionsvertrag getroffenen Vereinbarung, eine verpflichtende und kapitalgedeckte Pflegezusatzversicherung einzuführen, wird für das Jahr 2011 mit einem konkreten Vorschlag seitens der Regierung gerechnet. Eine solche Zusatzversicherung wäre innerhalb der PKV bestens aufgehoben und hätte entsprechend positive Auswirkungen für das Neugeschäft.

Im Ergebnis wird für die private Krankenversicherung für 2011 ein Beitragswachstum von 6 Prozent erwartet. Vor dem Hintergrund der derzeitigen gesundheitspolitischen Situationen und der rechtlichen Rahmenbedingungen bieten sich der Branche auch im Jahr 2012 Chancen für eine positive Entwicklung.

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