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Risiken aus Kapitalanlagen


Die Kapitalanlagen der KarstadtQuelle Krankenversicherung AG sind im Wesentlichen in den zwei Anlageklassen festverzinsliche Wertpapiere und Beteiligungen investiert. Neben den Kriterien Rendite, Sicherheit und Bonität werden auch die Aspekte Liquidität, Diversifikation sowie vor allem die Struktur der versicherungstechnischen Verpflichtungen berücksichtigt. Institutionell wird dies durch unsere Asset-Liability-Teams gewährleistet. In diesen Gremien sind für jede operative Einheit Vertreter des Aktuariats, der Strategischen Asset Allocation, des Kapitalanlagecontrollings, des Integrierten Risikomanagements und der zur Munich Re gehörenden Vermögensverwaltungsgesellschaft MEAG für die Aktiv-Passiv-Steuerung verantwortlich.

Die grundsätzlichen Kapitalanlageentscheidungen (Strategische Asset Allocation) werden auf Gesellschaftsebene getroffen. Aus den strategischen Vorgaben werden durch das ERGO-Kapitalanlagemanagement und unter Beratung der MEAG Mandate formuliert. In diesen Mandaten werden Anlageklassen, Qualität und Grenzen definiert. Dabei werden steuerliche, bilanzielle und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Darüber hinaus sind in den Mandaten Kennzahlen und Schwellenwerte zur Steuerung festgelegt. Die Umsetzung der Mandate erfolgt dabei durch die MEAG. Die Überwachung der Mandatsvorgaben und die Beratung bei anlagestrategischen Entscheidungen werden durch die Asset-Liability-Teams vorgenommen. Die Überwachung der eigenverwalteten Beteiligungen wird durch das Risikocontrolling der KarstadtQuelle Krankenversicherung AG durchgeführt.

Mit dem umfassenden Frühwarnsystem der KarstadtQuelle Krankenversicherung AG wird täglich die Einhaltung der Mandatsvorgaben durch die MEAG kontrolliert. Für die verschiedenen Risikoquellen sind Trigger (Auslöser) implementiert, deren Auslösung die Aktivierung fest definierter Prozesse zur Folge hat. Die konzernweite Trigger-Landschaft differenziert zwischen drei Gefährdungsstufen, in denen es zu unterschiedlichen Maßnahmen kommt. Die Stufen werden aus der Risikotragfähigkeit der Gesellschaft abgeleitet. Das Frühwarnsystem wird ergänzt um die Analyse langfristiger Tendenzen und Szenarien, insbesondere im Bereich der Zins- und Aktienmärkte.

Auch im Geschäftsjahr 2009 hat eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Risikomanagement-Aktivitäten im Kapitalanlagebereich stattgefunden. Insbesondere sind hier weitere Verbesserungen bei den Frühwarnsystemen im Hinblick auf die Berücksichtigung von Liquiditäts- und Bonitätsrisiken zu nennen.

Im Einzelnen handelt es sich bei den Kapitalanlagerisiken insbesondere um Markt-, Bonitäts- und Liquiditätsrisiken.

Marktrisiken

Marktrisiko ist definiert als das Risiko von Verlusten oder negativen Einflüssen auf die Finanzstärke des Unternehmens als Resultat von Preisänderungen und Volatilitäten in den Kapitalmärkten. Die Marktpreisschwankungen betreffen Kapitalanlagen und Verpflichtungen. Hierzu gehören u. a. das Zinsänderungsrisiko, das Kursrisiko bei Aktien, das Asset-Liability-Mismatch-Risiko und das Credit-Spread-Risiko.

Die Marktrisiken managen wir durch unser Asset-Liability-Management sowie geeignete Limit- und Frühwarnsysteme.

Der größte Teil unserer Kapitalanlagen entfällt mit 97,6 Prozent (Vorjahr: 89,3 Prozent) auf festverzinsliche Anlagen. Die Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus und die emittentenspezifischen Credit-Spreads haben somit einen erheblichen Einfluss auf den Wert der Kapitalanlagen. Zur langfristigen Sicherung des Kapitalanlageergebnisses werden unsere Aktivitäten im Rahmen des Asset-Liability-Managements regelmäßig an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst. So haben wir auf die Entwicklung an den Aktienmärkten im Geschäftsjahr 2009 adäquat reagiert und in einem besonders kritischen Marktumfeld am Jahresanfang das Aktienexposure größtenteils abgesichert und im Herbst vollständig verkauft.

Das Risikopotenzial im Bereich der Marktwertschwankungen im Kapitalanlagebereich ermitteln wir regelmäßig mit Szenarioanalysen – sogenannten Stresstests. Diese Stresstests berücksichtigen im Rahmen von Szenarien pauschale Marktwertveränderungen im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und Währungen. Ein Beispiel für eine solche Szenariorechnung ist der nachfolgend dargestellte DRS 5-20-Stresstest:

  (XLS:) XLS

Ergebnis Stresstest

2009
Mio. €

2008
Mio. €

Aktienkursveränderung

Marktwertveränderung aktienkurssensitiver Kapitalanlagen

Anstieg um 10 Prozent

0,1

0,8

Anstieg um 20 Prozent

0,1

1,7

Rückgang um 10 Prozent

–0,1

–0,8

Rückgang um 20 Prozent

–0,1

–1,7

Zinsveränderung

Marktwertveränderung zinssensitiver Kapitalanlagen

Anstieg um 100 Basispunkte

–17,8

–11,5

Anstieg um 200 Basispunkte

–34,2

–22,1

Rückgang um 100 Basispunkte

19,4

12,4

Rückgang um 200 Basispunkte

40,7

25,8

Grafik I
Grafik II

Darüber hinaus wenden wir eine Vielzahl weiterer Instrumente für die Ermittlung des potenziellen Marktrisikos an. Insbesondere prognostizieren wir das Kapitalanlageergebnis zum nächsten Bilanzstichtag unter der Prämisse sich verändernder Kapitalmarktbedingungen. Basierend auf der Bewertung und der Qualität unserer Kapitalanlagen sind für den Bestand der KarstadtQuelle Krankenversicherung AG und die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern derzeit keine Gefährdungen zu erkennen. Das Risikomanagement ist darauf ausgerichtet, mögliche Risiken frühzeitig zu antizipieren, um die Anlagepolitik rechtzeitig entsprechend anpassen zu können. Die diesbezüglich von der BaFin vorgegebenen Stresstests wurden alle bestanden.

Bonitätsrisiken

Bonitätsrisiken entstehen aus der Gefahr, dass Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen oder Bonitätsverschlechterungen zu ökonomischen Verlusten führen. Bei unseren Festzinsanlagen steuern wir das damit verbundene Bonitätsrisiko, indem wir Emittenten mit angemessener Qualität auswählen und Kontrahentenlimits beachten. Unsere sehr hohen Ansprüche an die Emittenten spiegeln sich auch in den konzernweiten Anlagegrundsätzen wider. Anlagen in strukturierten Produkten werden je nach ihrem Risikoprofil zusätzlich limitiert. Unser Wertpapierbestand zeichnet sich dadurch aus, dass der Großteil der Kapitalanlagen aus Papieren von Emittenten mit hervorragender Bonität besteht.

Die Qualität unseres Bonitätsmanagements zeigte sich unter anderem darin, dass in einem negativen Marktumfeld keine bonitätsbedingten Abschreibungen im Bereich der Zinsträger durchgeführt werden mussten.

Bei den Rentenbeständen wiesen zum Ende des Geschäftsjahres 91,9 Prozent (Vorjahr: 91,9 Prozent) der Anlagen ein Rating mindestens der dritthöchsten Kategorie »strong« aus. Dies entspricht vergleichsweise der Ratingkategorie »A« bei Standard & Poor’s.

  (XLS:) XLS

Rentenbestände nach Wertpapierkategorien

Anteil an den gesamten Zinsträgern in %

Rating mindestens Kategorie „strong“ in %*

*

Dies entspricht vergleichsweise der Ratingkategorie »A« bei Standard & Poor’s.

Bankanleihen/Schuldscheindarlehen

34,9

88,4

Pfandbriefe

37,4

100,0

Staatsanleihen

24,3

94,2

Unternehmensanleihen

3,5

30,1

Sonstige

0,0

 

Die Kapitalanlagen der KarstadtQuelle Krankenversicherung AG sehen wir als hinreichend diversifiziert an.

Den überwiegenden Teil der Zinsträger stellen nicht börsennotierte Namenspapiere. Die Marktwertermittlung für diese Papiere erfolgt anhand von Zinsstrukturkurven unter der konservativen Berücksichtigung emittentenspezifischer Credit Spreads. Für die börsennotierten Zinsträger greifen wir auf feststellbare Kursnotierungen zurück.

Zur Überwachung und Steuerung unserer Adressenausfallrisiken ist ein konzernweit gültiges Kontrahentenlimitsystem implementiert. Die Limits pro einzelnem Kontrahenten orientieren sich an der finanziellen Lage des Kontrahenten sowie an der vom Vorstand definierten Risikotoleranz. Der im Geschäftsjahr 2009 weiterhin kritischen Situation im Bankenbereich wurde durch eine kontinuierliche Überprüfung der Limitobergrenzen mit teilweise proaktiven Absenkungen der Einzellimits und der Einführung/Weiterentwicklung eines Collateral-Managements Rechnung getragen.

Das Risikocontrolling der im Bestand befindlichen Nachrangpapiere und Genussscheine wird durch eine permanente Überwachung sichergestellt. Für unsere Investitionen in Nachrangpapiere sehen wir derzeit keine wesentlichen Risiken zukünftiger Ausfälle. Die KarstadtQuelle Krankenversicherung AG verfügt mit 0,5 Millionen Euro über einen geringen Bestand an Landesbankgenussscheinen. Während wir im Bereich der Genussscheine keine Kapitalausfälle erwarten, ist bei einer geringen Anzahl von Titeln mit einem Zinsausfall zu rechnen.

Liquiditätsrisiken

Es wird sichergestellt, dass wir jederzeit in der Lage sind, unseren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dies gewährleisten wir durch unsere detaillierte Liquiditätsplanung. Durch unser Asset-Liability-Management werden die Zahlungsströme aus dem Kapitalanlagenbestand und den Beiträgen entsprechend den Verbindlichkeiten, die aus den Versicherungsverträgen resultieren, zeitlich und quantitativ gesteuert.

Die Liquiditätsrisiken sind in unser Regel- und Limitsystem integriert, welches jährlich aktualisiert wird.

Wesentliche Sicherungsgeschäfte

Derivative Finanzinstrumente werden in der KarstadtQuelle Krankenversicherung AG überwiegend zur Absicherung von Marktrisiken im Kapitalanlagebereich eingesetzt. Zu diesen zählen insbesondere Aktienkursrisiken, denen wir durch intensive Nutzung unseres Risikomanagement-Systems und dem daraus gegebenenfalls resultierenden Einsatz derivativer Finanzinstrumente begegnen.

Die getroffenen Sicherungsgeschäfte erfüllen ihre Funktion. Aus den Sicherungsgeschäften selbst sind zum aktuellen Zeitpunkt keine wesentlichen Risiken zu erkennen.

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